Nadine Walter

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Nadine Walter

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Kollegiatin
DFG-Graduiertenkolleg „Deutungsmacht“
Universität Rostock
Universitätsplatz 5
18055 Rostock
E-Mail: nadine.walter@uni-rostock.de

A Feminist Reading of North American Evangelical Women’s Life Writing

Evangelical movements in the United States have traditionally been associated with a complementarian view of gender, with men as the leaders in church and at home and women often remaining confined to a separate sphere, mostly located in the domestic, or at least segregated from men.

However, the rise of second wave feminism in the 1970s fostered renewed discomfort with patriarchal norms and caused a vocal minority of evangelicals to engage in discussions about feminism and its implications for evangelicalism, or, as they would frame it, the implications their evangelical faith had for feminism. Offering a feminist reading of the Bible, self-declared evangelical feminists attempted to show that they were feminists because they were Christians, not despite of it.

While evangelical feminism remained a fringe movement within the evangelical subculture, there have been renewed efforts by ‘liberal’ evangelicals to continue the work of the 1970s evangelical feminists, especially in recent years. At the forefront of the female-led post-evangelical/Xvangelical movement, popular authors and speakers are once again questioning the patriarchal structures in which they find themselves. While some of them may still hesitate to outrightly call themselves feminist for fear of backlash, they are finding ways to introduce feminist ideas to their audiences, questioning traditional evangelical beliefs and reinterpreting traditional biblical knowledge to integrate their faith and feminist beliefs into a cohesive belief system that opens up a possibility to move away from a complementarian view of gender toward true equality while remaining in line with a so-called ‘high view’ of the Bible as God’s revealed word. The dissertation investigates this phenomenon by analyzing evangelical women’s life writing.

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 Evangelikale Bewegungen in den Vereinigten Staaten von Amerika werden traditionell mit einer komplementären Sicht der Geschlechter in Verbindung gebracht, bei der Männer die Führungsrolle in der Kirche und zu Hause innehaben und Frauen oft auf eine separate Sphäre beschränkt bleiben, die meist im häuslichen Bereich angesiedelt oder zumindest von den Männern getrennt ist.

Das Aufkommen des Second-Wave-Feminismus in den 1970er Jahren förderte jedoch ein erneutes Unbehagen an patriarchalischen Normen und veranlasste eine lautstarke Minderheit von Evangelikalen, sich an Diskussionen über den Feminismus und seine Auswirkungen auf den Evangelikalismus zu beteiligen, oder, wie sie es formulieren würden, über die Auswirkungen ihres evangelikalen Glaubens auf den Feminismus. Indem sie eine feministische Lesart der Bibel anboten, versuchten selbsternannte evangelikale Feministinnen zu zeigen, dass sie Feministinnen sind, gerade weil sie Christen sind, und nicht trotz dessen.

Während der evangelikale Feminismus eine Randbewegung innerhalb der evangelikalen Subkultur blieb, gab es vor allem in den letzten Jahren erneute Bemühungen von "liberalen" Evangelikalen, die Arbeit der evangelikalen Feministinnen der 1970er Jahre fortzusetzen. An der Spitze der von Frauen geführten post-evangelikalen/Xvangelikalen Bewegung stellen populäre Autorinnen die patriarchalen Strukturen, in denen sie sich befinden, erneut in Frage. Während einige von ihnen noch zögern, sich offen als Feministinnen zu bezeichnen, weil sie Rückschläge befürchten, finden sie dennoch Wege, ihrem Publikum feministische Ideen nahe zu bringen, indem sie traditionelle evangelikale Überzeugungen in Frage stellen und traditionelles biblisches Wissen neu interpretieren, um ihren Glauben und feministische Überzeugungen in ein kohärentes Glaubenssystem zu integrieren, das die Möglichkeit eröffnet, sich von einer komplementären Sicht der Geschlechter hin zu echter Gleichberechtigung zu bewegen und gleichzeitig mit einer so genannten “bibeltreuen” Sichtweise im Einklang zu bleiben. Die Dissertation untersucht dieses Phänomen anhand einer Analyse der autobiografischen Publikationen evangelikaler Frauen.

Forschungsinteressen

Forschungsinteressen

  • Amerikanische Religionsgeschichte
  • Geschichte der Bibelinterpretation in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Evangelikalismusforschung
  • Progressive Christianities in the United States
  • Nordamerikanische Kultur- und Literaturgeschichte des 20./21. Jahrhunderts
  • American Popular Culture
  • Women and Gender Studies
  • Memory Studies
  • Museum Studies
Werdegang

Werdegang

2013 - 2019:

Master of Arts in North American Studies, Nebenfach Englische Philologie, Georg-August-Universität Göttingen (Abschlussarbeit: “Remembering 9/11: Narratives of Innocence and Victimhood in the National September 11 Memorial Museum")

Master of Education in Englisch/Werte und Normen (Lehramt an Gymnasien), Georg-August-Universität Göttingen

2014 - 2015:

Auslandsaufenthalt am Amherst College, Massachusetts, Vereinigte Staaten von Amerika (Fremdsprachenassistentin für deutsche Sprache und Kultur und Besuch von Lehrveranstaltungen der amerikanischen Regionalwissenschaften und Native American Studies)

2009 - 2014:

Bachelor of Arts in Englisch/Werte und Normen, Georg-August-Universität Göttingen (Abschlussarbeit: „Re-telling the Great Story: Christian Themes in the Harry Potter Series”)

Anstellungen und Praktika

Anstellungen und Praktika

seit Juli 2020: wissenschaftliche Mitarbeiterin am GRK Deutungsmacht

Januar - Oktober 2019: Kulturhistorikerin beim Auswanderermuseum BallinStadt, Hamburg (befristet)

August 2018 - September 2019: Dozentin für Deutsch als Fremdsprache beim Institut für Interkulturelle Kommunikation an der Georg-August-Universität Göttingen

Juni - Juli 2018: Praktikum beim Auswanderermuseum BallinStadt, Hamburg

April - Mai 2018: Praktikum beim DDR Museum, Berlin

Mai 2015 - Mai 2018: studentische Hilfskraft an der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

September 2014 - Mai 2015: Fremdsprachenassistentin für deutsche Sprache und Kultur am Amherst College, Massachusetts, USA

Publikationen

Publikationen

Tagungsbericht: Subversive Semantics in Political and Cultural Discourse, 12.11.2020 – 14.11.2020 Rostock, in: H-Soz-Kult, 01.03.2021, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8887>.